 ##  [Radon‑Nikodym‑Ableitung](/de/node/58126) 

 Definition

Sind ν und μ σ‑endliche Maße auf demselben Messraum und ν absolutstetig gegenüber μ, so ist die Radon‑Nikodym‑Ableitung eine messbare Funktion f mit ν(A)=∫_A f dμ für alle messbaren A; f ist μ‑fast überall eindeutig und wird dν/dμ genannt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Eine absolutstetige Maßbeziehung in eine Dichtefunktion gegenüber dem Basismaß übersetzen; Existenzvoraussetzungen sind Absolute Stetigkeit und σ‑Endlichkeit.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ist μ das Lebesgue‑Maß auf R und ν(A)=∫_A ρ(x) dx mit ρ∈L^1, dann ist dν/dμ = ρ; in der Wahrscheinlichkeitstheorie entsprechen Dichten gegenüber Lebesgue solchen Ableitungen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Der Versuch, eine Radon‑Nikodym‑Ableitung anzugeben, wenn ν eine singuläre Komponente gegenüber μ besitzt (z. B. Dirac‑Masse gegenüber Lebesgue), führt zu nicht existierenden 'Dichten' und falschen Schlussfolgerungen.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Ermöglicht rigorose Maßänderungen, Likelihood‑Verhältnisse, bedingte Erwartungswerte mittels Dichte und Maßdesintegration; liefert das Integrand bei Beziehungen absoluter Stetigkeit.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Ist ν singulär gegenüber μ, liefert die Lebesgue‑Zerlegung einen singulären Anteil ohne Radon‑Nikodym‑Ableitung — das Gegenteil zeigt die Nichtexistenz einer globalen Dichte.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Voraussetzung ist ν ≪ μ und σ‑Endlichkeit von μ; die Ableitung ist nur bis auf μ‑Nullmengen bestimmt, muss nicht stetig sein und gilt nicht für rein singuläre Maße.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Oft wird die Radon‑Nikodym‑Ableitung mit der klassischen Funktionalableitung verwechselt; erstere ist ein a.e. definierter Dichtebegriff, keine punktweise Ableitung.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Ein maßtheoretisches Dichtekonzept: die bis auf μ‑Nullmengen eindeutige integrierbare Funktion, die eine absolutstetige Maßbeziehung als Integral gegenüber einem Basismaß darstellt und Maßänderungen ermöglicht.