 ##  [Oxidative Addition](/de/node/58586) 

 Definition

Ein elementarer organometallischer Schritt, bei dem ein Metallzentrum durch Ausbildung neuer Bindungen zu zwei Fragmenten eines Substrats seinen Oxidationszustand und seine Koordinationszahl erhöht, häufig M^n → M^(n+2) in einem Schritt.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Das Metall verteilt und überträgt Elektronendichte in die σ‑ bzw. σ*‑Orbitale des Substrats, während neue σ‑Bindungen ausgebildet werden; begünstigt wird der Prozess bei niedervalenten, elektronendichten Metallen mit zugänglichen freien Koordinationsplätzen oder Ligandenumlagerung.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Oxidative Addition von H2 an ein niedervalentes Übergangsmetall: ein Metall(0)‑Komplex koordiniert H2, es erfolgt Insertions‑/Bindungsbruch des H–H und es entsteht ein Metall(II)‑Dihydrid; ebenso die Addition von Methyliodid an Pd(0), die zu einem Pd(II)‑Methyl‑Iodid‑Komplex führt und die Bildung von zwei M–X‑Bindungen zeigt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Einfache assoziative Ligandenkordination oder reiner Elektronentransfer ohne Bildung zweier neuer Metall‑Ligand‑Bindungen fälschlich als oxidative Addition zu bezeichnen; Ein‑Elektronen‑Schritte mit anderem Mechanismus nicht mit der konzertierten Zwei‑Elektronen‑Addition zu verwechseln.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Erzeugt höhervalente Metallarten, die Schlüsselinterminale in vielen katalytischen Zyklen (z. B. Kreuzkupplungen) sind, aktiviert Substrate und ermöglicht nachfolgende Bindungsbildungen; elektronische und sterische Faktoren bestimmen Durchführbarkeit sowie regio‑/stereochemisches Ergebnis.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Reduktive Eliminierung ist der mikroskopische Umkehrschritt, bei dem zwei Liganden an einem höhervalenten Metall koppeln und abgespalten werden, wodurch Oxidationszustand und Koordinationszahl abgesenkt werden.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Bezieht sich spezifisch auf Zwei‑Elektronen‑Prozesse, die zwei neue σ‑Bindungen am Metall bilden und den formalen Oxidationszustand erhöhen; schließt reine Elektronentransfers ohne neue M–X‑Bindungen, radikalische Additionen und Prozesse aus, bei denen die Oxidationszahl durch Liganden‑Nichtunschuld statt Bindungsbildung geändert wird.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung zwischen der engen Definition als konzertierter Zwei‑Elektronen‑Schritt und weiter gefassten Beschreibungen, die schrittweise oder radikalische Wege einschließen, obwohl das stöchiometrische Ergebnis gleich ist; diese Unterscheidung ist für Katalysatordesign relevant.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Ein zwei‑Elektronen organometallischer Prozess, bei dem ein elektronendichter, niedrig koordinierter Metallkern zwei neue Bindungen zu Substratfragmenten ausbildet, dadurch formal oxidiert wird und katalytisch nutzbare Zwischenstufen liefert.