 ##  [Henry-Gesetz](/de/node/58643) 

 Definition

Stellt fest, dass bei Gleichgewicht und konstanter Temperatur die Konzentration eines nicht-reaktiven Gases, das in einer Flüssigkeit gelöst ist, proportional zum Partialdruck dieses Gases über der Flüssigkeit ist.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Die Löslichkeit eines Gases in einem Lösungsmittel wird durch eine Proportionalitätskonstante (Henry-Konstante) bestimmt: c = k_H · p (für verdünnte, nicht reagierende Systeme bei fester T).

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Eine versiegelte Getränkeflasche enthält CO2 bei hohem Partialdruck; beim Öffnen sinkt der Partialdruck über der Flüssigkeit und die gelöste CO2-Konzentration nimmt ab, bis ein neues Gleichgewicht erreicht ist, wodurch Sprudeln entsteht.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Die Verwendung einer einzelnen Henry-Konstante für ein reaktives Gas (z. B. CO2, das Kohlensäure bildet), bei sehr hohem Druck oder über große Temperaturbereiche, in denen k_H stark variiert, führt zu erheblichen Fehlern.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Mit dem Partialdruck und einem geeigneten k_H bei der betreffenden Temperatur lässt sich die gelöste Gaskonzentration vorhersagen und Gas–Flüssigkeitsprozesse (Entgasung, Karbonisierung) unter den Voraussetzungen der Gesetzmäßigkeit planen.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Wird der Druck über der Flüssigkeit reduziert (oder die Temperatur erhöht), fällt die gelöste Gaskonzentration und das Gas geht aus; die umgekehrte Änderung der Konzentration folgt derselben Proportionalität nur innerhalb der Gültigkeitsgrenzen des Gesetzes.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für verdünnte Lösungen und Gase, die chemisch nicht mit dem Lösungsmittel reagieren; setzt Gleichgewicht, niedrige bis mäßige Drücke und konstante Temperatur voraus. Gilt nicht für stark nichtideale oder reaktive Systeme oder wenn Grenzflächenkinetik dominiert.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Wird häufig mit dem Raoult'schen Gesetz (Relation zwischen Dampfdruck und Molbruchteil einer flüchtigen Komponente) oder allgemeinen Löslichkeitsregeln verwechselt; Henry betrifft die gelöste Gaskonzentration proportional zu seinem Partialdruck, nicht den Dampfdruck einer Flüssigkeitskomponente.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Das Henry-Gesetz beschreibt die Gleichgewichtslinie zwischen Partialdruck eines Gases und seiner gelösten Konzentration in einer verdünnten, nicht reaktiven Flüssigkeit bei konstanter Temperatur; es ist ein praktisches Werkzeug zur Vorhersage von Lösung oder Freisetzung von Gasen, solange seine idealisierenden Annahmen gelten.