 ##  [Karstgelände (Karstlandschaft)](/de/node/58988) 

 Definition

Landschaft, die sich auf löslichem Untergrund (häufig Karbonatgesteine wie Kalkstein oder Dolomit oder Evaporite) entwickelt hat, geprägt von Lösungsprozessen und charakterisiert durch Dolinen, Höhlen, unterirdische Entwässerung und gestörte Oberflächenentwässerung.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Karst entsteht dort, wo chemisch aggressives Wasser (z. B. durch CO2 versäuert) durch Klüfte und Poren des löslichen Gesteins zirkuliert und durch Auflösung Hohlräume und Leitungen erweitert; die Kopplung von Gesteinschemie, struktureller Durchlässigkeit und Grundwasserströmung formt charakteristische unterirdische und oberflächennahe Morphologien.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Ein Gebiet, in dem Oberflächenbäche in Absorptionspunkten verschwinden und an Quellen wieder auftreten, mit einem Höhlen- und Kluftröhrensystem, das den größten Teil der Zuflussmenge unterirdisch ableitet und lokal dünne Böden sowie unregelmäßiges Relief mit Dolinen und Karren erzeugt.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Jegliches felsiges Gebiet mit Höhlen oder Senken als Karst zu bezeichnen, obwohl die Merkmale vulkanischen, tektonischen oder küstennahen Ursprungs sind (Pseudokarst), oder einheitliches Grundwasserverhalten anzunehmen, ohne Leitungen zu kartieren.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Die Erkennung von Karstgelände bedeutet hohe Anfälligkeit des Grundwassers für Verschmutzung, komplexe und schnelle unterirdische Fließwege, die Wasserversorgung und Gefahrenplanung erschweren, spezielle ökologische Nischen und bautechnische Einschränkungen für Bauvorhaben und Flächennutzung.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Das Gegenstück ist eine Landschaft auf nicht löslichem Gestein, in der Oberflächenabfluss und bodengedeckte Prozesse dominieren, mit vorhersehbarem Oberflächenabfluss und nur begrenzter Ausbildung unterirdischer Leitungen.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Gilt für Landschaften über löslichen Lithologien, die primär durch chemische Lösung und Leitungsentwicklung geformt sind; schließt Pseudokarstformen (Lavaröhren, bestimmte Meeresklippen), rein mechanische Höhlensysteme und Gesteine aus, die eher durch Diagenese als durch moderne Lösung verändert wurden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Spannung besteht zwischen einer strengen lithologischen/prozessbezogenen Karstdefinition (Erfordernis der Lösung löslicher Gesteine) und weiteren geomorphologischen Gebrauchsweisen, die auf Höhlen- oder Dolinenvorkommen unabhängig von deren Entstehung abzielen, wodurch Pseudokarst die Klassifikation erschwert.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Karstgelände ist eine lösungsdominierte Landschaft auf löslichem Untergrund, in der gekoppelte hydrochemische und strukturelle Einflüsse unterirdische Leitungen und gestörte Oberflächenentwässerung erzeugen; Karstidentifikation erfordert Nachweis lösungsbedingter Entstehung und leitungsgesprägter Hydrologie.