Definition
Ein geometrisches Diagramm, das die Menge der Trajektorien eines dynamischen Systems im Phasenraum darstellt und Gleichgewichtspunkte, Grenzmengen und typisches Bahnverhalten ohne explizite Zeitparametrisierung zeigt.

Prinzip

Prinzip
Trajektorien sind Integralkurven des Vektorfeldes des Systems; ihre Anordnung und die invarianten Mengen zeigen qualitative Dynamik und Stabilitätseigenschaften.

Demonstration

Demonstration
Das Auftragen der Lösungskurven eines zweidimensionalen autonomen Systems x' = Ax mit A, dessen Eigenwerte unterschiedliche Vorzeichen haben, ergibt ein Sattel-Phasenporträt mit sich kreuzenden stabilen und instabilen Mannigfaltigkeiten am Gleichgewichtspunkt.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Aus einer einzelnen numerisch berechneten Trajektorie oder einem Phasenporträt einer reduzierten Projektion globale Systemeigenschaften abzuleiten, kann irreführend sein, wenn invariante Mannigfaltigkeiten oder höherdimensionale Strukturen fehlen.

Konsequenz

Konsequenz
Ermöglicht die Klassifikation des Langzeitverhaltens (Attraktoren, Repeller, Basins) und leitet qualitative Analysen an, ohne Trajektorien analytisch lösen zu müssen.

Umkehrung

Umkehrung
Ein Zeitverlaufdiagramm betont die Variablenwerte als Funktion der Zeit mit expliziter Parametrisierung; die Umkehrung zu dieser Darstellung stellt zeitliche Informationen wieder her, die im rein geometrischen Porträt verloren gingen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für deterministische, endlichdimensionale, kontinuierliche oder diskrete autonome Systeme, bei denen Trajektorien wohldefiniert sind; schließt stochastische Realisierungen und die relevanten Dynamiken unendlichdimensionaler oder nichtautonomer Systeme aus, sofern kein autonomes Einbettung verwendet wird.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Verwandt, jedoch zu unterscheiden von Poincaré-Abbildungen oder Bifurkationsdiagrammen, die diskrete Schnitte bzw. Parameterabhängigkeiten betonen statt die kontinuierliche Geometrie der Orbits.

Synthese

Synthese
Eine Visualisierung, die die Geometrie der Bahnen und invarianten Strukturen eines dynamischen Systems im Zustandsraum einfängt und zur Ableitung qualitativen Verhaltens und Stabilität ohne Zeitparametrisierung dient.