Definition
Ein empirisches Muster bei Hybridisierung und Artbildung, das besagt, dass wenn Hybridinviabilität oder Sterilität nur ein Geschlecht betrifft, dies meist das heterogametische Geschlecht ist (das Geschlecht mit zwei unterschiedlichen Geschlechtschromosomen).
Prinzip
Prinzip
Genetische Inkompatibilitäten zwischen divergenten Genomen treffen das heterogametische Geschlecht unverhältnismäßig stark, weil rezessive inkompatible Allele auf Geschlechtschromosomen beim Heterogameten entblößt werden.
Demonstration
Demonstration
Kreuzungen zwischen nahe verwandten Drosophila‑Arten erzeugen häufig sterile oder nicht lebensfähige männliche Hybriden (XY), was dem Muster des heterogametischen Geschlechts bei Arten mit männlicher Heterogamie entspricht.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Zu behaupten, Haldanes Regel sage Richtung oder Stärke der hybriden Dysfunktion für jeden einzelnen Kreuzung voraus, vernachlässigt, dass autosomale Inkompatibilitäten, maternale Effekte oder Umweltinteraktionen Ausnahmen erzeugen können.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig angewandt lenkt Haldanes Regel den Blick auf die Evolution der Geschlechtschromosomen und Dominanzeffekte in der Speziationsgenetik und hilft bei der Priorisierung genetischer Kartierungen von Inkompatibilitäten.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr wäre ein Muster, bei dem das homogametische Geschlecht häufiger steril oder nicht lebensfähig ist; das kann unter spezifischen genetischen Architekturen oder wenn Geschlechtschromosomen keine Hauptrolle spielen, vorkommen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Betrifft Kreuzungen zwischen divergenten Taxa und postzygotische reproduktive Isolation; sie macht keine universellen Ursachenangaben und gilt möglicherweise nicht bei nichtstandardmäßiger Geschlechtsbestimmung oder Hermaphroditismus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Konkurriert mit Erklärungen, die 'schnellere männliche Evolution', mito‑nukleare Inkompatibilitäten oder asymmetrischen Genfluss betonen; mehrere Mechanismen können ähnliche geschlechts‑biased Muster der Hybriddysfunktion erzeugen.
Synthese
Synthese
Haldanes Regel ist eine belastbare empirische Regel in der Speziation: Wenn Sterilität oder Inviabilität bei Hybriden geschlechtsbevorzugt ist, ist meist das heterogametische Geschlecht betroffen, was Dominanz, Exposition von Geschlechtschromosomen und genomweite Inkompatibilitäten reflektiert, mit bemerkenswerten Ausnahmen.