Definition
Eine Funktion, die eine partielle Differentialgleichung im integrierten oder distributionellen Sinn gegenüber einer vorgegebenen Klasse von Testfunktionen erfüllt und damit eine geringere Regularität erlaubt als klassische (punktweise differenzierbare) Lösungen; meist formuliert in Sobolev- oder Distributionsräumen.

Prinzip

Prinzip
Die PDG wird mit glatten, kompakt unterstützten Testfunktionen multipliziert und formal partiell integriert, um Ableitungen auf die Testfunktionen zu übertragen; die schwache Formulierung lockert die Ableitungsanforderungen und kodiert Randbedingungen über die Wahl des Testraums oder Spurterme.

Demonstration

Demonstration
Beim Poisson-Problem −Δu = f auf einem Gebiet mit Dirichlet-Randbedingungen und f∈L^2 sucht man u∈H^1_0 mit ∫∇u·∇v = ∫ f v für alle Testfunktionen v∈H^1_0; diese variationale schwache Formulierung liefert Existenz und Eindeutigkeit durch den Lax–Milgram-Satz.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Eine schwache Lösung wie eine punktweise klassische zu behandeln (punktweise Gleichheiten zu behaupten, obwohl keine punktweisen Ableitungen existieren) oder die Rolle von Randspur-Räumen bei der Interpretation von Randbedingungen zu vernachlässigen.

Konsequenz

Konsequenz
Schwache Formulierungen erweitern die Existenztheorie (zulässige Lösungen in Sobolev-Räumen), ermöglichen variationale Methoden und Galerkin-Approximationen (FEM) und erlauben Stabilitäts- und Kompaktheitsargumente, die im klassischen Rahmen scheitern.

Umkehrung

Umkehrung
Eine klassische (starke) Lösung erfüllt die PDG punktweise mit den erforderlichen Ableitungen; wenn genügend Regularität vorhanden ist, ist eine schwache Lösung auch eine starke Lösung, umgekehrt kann das in geringerer Regularität aber nicht gelten.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt, wenn PDG und Randbedingungen in integrierter Form formuliert werden können und geeignete Funktionsräume (z. B. Sobolev-Räume) existieren; nicht direkt anwendbar auf PDGen mit zu singulären Koeffizienten oder rechten Seiten ohne Renormierung oder maßwertige Formulierungen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannungen bestehen zwischen distributionellen/variationalen schwachen Lösungen und anderen verallgemeinerten Konzepten (sehr schwache Lösungen, Entropielösungen für Erhaltungssätze); die geeignete Wahl hängt von Gleichungstyp und gewünschten Eigenschaften (Eindeutigkeit, Erhaltung) ab.

Synthese

Synthese
Eine schwache Lösung ist ein Objekt geringerer Regularität, das eine PDG im integrierten/Testfunktionssinn erfüllt, erweitert die Lösbarkeit und bildet den natürlichen Rahmen für variationale Methoden und numerische Approximationen, wenn klassische Ableitungen fehlen.