Definition
Ein populationsgenetisches Prinzip, das besagt, dass unter einer Reihe idealisierter Annahmen die momentane Zunahme des mittleren Fitnesswerts einer Population durch natürliche Selektion gleich der additiven genetischen Varianz der Fitness ist.

Prinzip

Prinzip
Die mittlere Fitness steigt in einem Tempo proportional zur additiven genetischen Varianz der Fitness, weil Selektion genetische Varianz in differenten Fortpflanzungserfolg umsetzt; dies gilt strikt nur, wenn nichtadditive Effekte, Umweltschwankungen und andere Kräfte fehlen.

Demonstration

Demonstration
In einem vereinfachten Modell der quantitativen Genetik mit konstantem Umfeld führen additive Alleleffekte auf Fitness zu vorhersehbaren Zuwächsen der mittleren Fitness, proportional zur gemessenen additiven Varianz über Generationen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Das Theorem zu verwenden, um zu behaupten, mittlere Fitness müsse in realen Populationen stets steigen, ignoriert Epistasie, Dominanz, Mutation, Migration, genetische Drift und Umweltveränderungen, die Fitnessänderung und additive Varianz entkoppeln können.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekt interpretiert motiviert das Theorem die Aufteilung der Fitnessvarianz in additive Komponenten und zeigt, warum additive genetische Varianz zentral für kurzfristige Anpassungsantworten ist, weist aber auf Grenzen einfacher Vorhersagen in realistischen Szenarien hin.

Umkehrung

Umkehrung
Die Umkehr sind Situationen, in denen die mittlere Fitness trotz additiver genetischer Varianz sinkt (z. B. durch starke Mutationslast, Umweltverschlechterung oder genetische Interaktionen), was die Konditionalität des Theorems demonstriert.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für die momentane Reaktion auf Selektion in einem idealisierten Modell mit Betonung auf additiven genetischen Effekten; schließt Langzeitdynamik aus, die durch Mutation, Drift, Genfluss, Dominanz, Epistasie und Umweltvariation geprägt ist.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen einer wörtlichen Lesart, die das Theorem als universelles Gesetz auffasst, und modernen Lesarten, die es als lokales, modellabhängiges Identitätsstatement sehen, nützlich zur Varianzpartition, aber nicht zur langfristigen Vorhersage.

Synthese

Synthese
Fishers Theorem ist eine formale Identität in der Populationsgenetik: Unter restriktiven Annahmen setzt es die momentane Zunahme der mittleren Fitness mit der additiven genetischen Varianz gleich und liefert Einsichten zum kurzfristigen Anpassungspotenzial, verlangt jedoch vorsichtige Interpretation in komplexen biologischen Systemen.