Definition
Verwitterungsprozesse, die durch biologische Aktivität ausgelöst oder verstärkt werden, einschließlich mechanischer Wirkungen (Wurzelkeilung, Grabetätigkeit), biochemisch vermittelte Reaktionen (Bildung organischer Säuren, Chelatbildung) und mikrobieller Veränderung von Mineraloberflächen.

Prinzip

Prinzip
Organismen interagieren mit mineralischen Substraten durch physische Kräfte, Sekretion reaktiver Verbindungen oder Stoffwechselaktivität und bewirken mechanische Zerstörung, lokal chemische Mikrobedingungen oder katalytische Mineralumwandlungen.

Demonstration

Demonstration
Baumwurzeln, die in klüftiges Felsgestein eindringen, üben Druck aus und weiten Frakturen (mechanisch), während Flechten und Bakterien organische Säuren produzieren, die Auflösung und Tonbildung an freiliegenden Felsflächen fördern (biochemisch).

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Jegliche Bodenbildung oder organisch reichhaltige Alteration als 'biologische Verwitterung' zu bezeichnen, wenn abiotische Prozesse vorherrschen; oder anzunehmen, biologische Effekte beschleunigten immer die Nettowitterung, ohne Raten, Schutzfilme oder Nährstoffkreislauf zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Gesteigerte Zerlegung und Mineralalteration an biologisch aktiven Stellen, erhöhte Porosität und beschleunigte Wege zur Bodenbildung und zum Nährstoffkreislauf, mit räumlicher Heterogenität entsprechend der Organismenverteilung.

Umkehrung

Umkehrung
Fehlen biotischer Einflüsse — rein abiotische Verwitterung, bei der mechanische Kräfte oder chemische Bedingungen ohne Organismen die Kontrolle über den Zerfall haben.

Abgrenzung

Abgrenzung
Umfasst Prozesse, bei denen Organismen notwendig sind oder Verwitterung deutlich verstärken; schließt zufällige Präsenz von Organismen aus, die weder Kraft ausüben noch reaktive Verbindungen produzieren, sowie rein geochemische Reaktionen ohne biologische Vermittlung.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Spannung zwischen der Einstufung bestimmter Prozesse als 'biologisch' versus 'chemisch', wenn Organismen geochemische Mikrobedingungen schaffen; ebenso zwischen aktiven (lebenden) und passiven (toter organischer Substanz) biologischen Beiträgen.

Synthese

Synthese
Biologische Verwitterung umfasst mechanische und biochemische Wirkungen von Organismen, die Gestein physisch zerstören und die Mineralchemie verändern, wodurch heterogene Muster des Zerfalls entstehen und Boden- sowie Ökosystementwicklung ermöglicht wird.