Definition
Eine funktionale Beziehung zwischen Frequenz und Wellenzahl (oder Energie und Impuls), die bestimmt, wie sich Wellen oder Anregungen in einem Medium oder Feldtheorie ausbreiten.

Prinzip

Prinzip
Moden eines linearen oder linearisierten Systems erfüllen eine algebraische Gleichung, die zeitliche und räumliche Oszillationsparameter verknüpft; deren Lösung liefert die zulässigen Ausbreitungscharakteristika.

Demonstration

Demonstration
Für eine homogene elastische Saite mit Spannung T und linearer Dichte μ ergibt die Dispersionsrelation ω(k)=√(T/μ)·|k| die Frequenz ω als Proportionalität zum Betrag der Wellenzahl k.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Eine für ein lineares, verlustfreies Medium abgeleitete Dispersionsrelation in einem stark nichtlinearen oder stark dissipativen Regime anzuwenden, führt zu falschen Vorhersagen von Wellengeschwindigkeit und Stabilität.

Konsequenz

Konsequenz
Korrekte Dispersionsrelationen sagen Phasen- und Gruppen­geschwindigkeiten voraus, identifizieren Bandlücken und bestimmen, ob Störungen sich ausbreiten oder kohärente Strukturen bilden.

Umkehrung

Umkehrung
Das Inverse — Medienparameter aus beobachtetem ω(k) zu rekonstruieren — steht im Gegensatz zur Vorwärtsanwendung und kann schlecht gestellt oder nicht eindeutig sein.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für lineare oder lineariserte Beschreibungen und für quasi-monochromatische Moden; erfasst nicht von sich aus stark nichtlineare Effekte, Instabilitäten endlicher Amplitude oder vollständig diskrete Streuprozesse.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Konkurriert mit dem Begriff der dispersionsfreien Näherung, in der die Frequenz unabhängig von der Wellenzahl ist; der Unterschied liegt darin, ob das mediumsabhängige Aufweiten von Wellenpaketen berücksichtigt wird.

Synthese

Synthese
Eine Dispersionsrelation ist die algebraische Vorschrift, die zeitliche und räumliche Oszillationsskalen verknüpft und festlegt, wie ein Medium oder Feld Wellenausbreitung, Dispersion oder Sperrung von Anregungen bestimmt.