Definition
Eine Bedingung für einen Markov-Prozess mit stationärer Verteilung π, dass für jedes Paar von Zuständen i,j die Wahrscheinlichkeitsflüsse ausbalanciert sind: π_i P_{ij} = π_j P_{ji}, was Zeitumkehrsymmetrie (Reversibilität) impliziert.
Prinzip
Prinzip
Detailliertes Gleichgewicht besagt, dass unter der invarianten Maß π die Ein-Schritt-Transitionsrate von i nach j der von j nach i entspricht, sodass mikroskopische Übergänge im Gleichgewicht auslöschen und der Prozess statistisch nicht von seinem Zeitumkehrbild zu unterscheiden ist.
Demonstration
Demonstration
Für einen zufälligen Spaziergang auf einem ungerichteten Graphen mit Übergangswahrscheinlichkeiten P_{ij}=1/deg(i) zu Nachbarn erfüllt die stationäre Maßnahme π_i ∝ deg(i) π_i P_{ij} = π_j P_{ji}, was detailliertes Gleichgewicht und Reversibilität zeigt.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Zu unterstellen, dass jede stationäre Verteilung detailliertes Gleichgewicht bedeutet; Stationarität (πP=π) verlangt keine paarweise Flussgleichheit und viele stationäre Ketten sind nicht-reversibel und besitzen Netto-Wahrscheinlichkeitsströme.
Konsequenz
Konsequenz
Wenn detailliertes Gleichgewicht gilt, ist die Kette reversibel, die Spektralanalyse vereinfacht sich (Selbstadjungiertheit in gewichteten L^2(π)), Erwartungswerte im Gleichgewicht gehorchen zeitlicher Symmetrie, und Konvergenzdiagnosen sowie Stichprobenverfahren (z.B. MCMC) können Reversibilität ausnutzen.
Umkehrung
Umkehrung
Bricht man das detaillierte Gleichgewicht, entstehen irreversible Dynamiken mit nichtverschwindender Zirkulation im Zustandsraum und asymmetrischen Flüssen π_i P_{ij} ≠ π_j P_{ji}, was das Mischen verbessern oder stationäre Ströme erzeugen kann, die in reversiblen Ketten fehlen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für Markov-Ketten und Markov-Prozesse mit wohldefinierten Übergangskernen und einer invarianten Maßnahme; nicht anwendbar auf nicht-markovsche Prozesse, Prozesse ohne invariante Maßnahme oder Fälle, in denen Übergänge nicht paarweise vergleichbar sind.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Wird oft mit Stationarität verwechselt: Stationarität verlangt globale Balance von Zu- und Abflüssen für jeden Zustand, detailliertes Gleichgewicht ist eine stärkere paarweise Bedingung, die Stationarität impliziert, aber nicht umgekehrt.
Synthese
Synthese
Detailliertes Gleichgewicht verlangt die Gleichheit paarweiser Wahrscheinlichkeitsflüsse unter der invarianten Maßnahme und macht den Markov-Prozess reversibel; es ist eine strengere Symmetriebedingung als bloße Stationarität und hat starke spektrale sowie Stichprobenfolgen.