Definition
Eine Operation, die eine (konvexe, proper, unterhalb halbstetige) Funktion f(x) einer Variablen x in ihre konvexe Konjugierte f*(p)=sup_x (p·x − f(x)) überführt, wobei Variable und Steigung vertauscht und eine duale Darstellung erzeugt wird.
Prinzip
Prinzip
Dualität zwischen »Koordinaten« und »konjugierten Impulsen« (oder Steigungen) herstellen durch das Supremum der linearen Approximation; die Legendre‑Transformation wandelt variationelle Beschreibungen um und stellt oft eine Umwandlung von Nebenbedingungsproblemen in ein unbeschränktes Dualproblem dar.
Demonstration
Demonstration
Für f(x)=½ a x^2 (a>0) ergibt die Legendre‑Transformation f*(p)=½ p^2 / a; in der Mechanik liefert die Legendre‑Transformation eines regulären Lagrangeans bezüglich der Geschwindigkeiten den Hamiltonoperator in Impulskoordinaten.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die klassische Legendre‑Transformation auf nichtkonvexe Funktionen anwenden, ohne multiple lokale Suprema zu berücksichtigen; Ignorieren der unteren Halbstetigkeit kann dazu führen, dass die Transformation der konvexen Hülle entspricht und keine involutive Inverse liefert.
Konsequenz
Konsequenz
Bietet eine Brücke zwischen primaler und dualer Formulierung: löst Optimierungsprobleme durch Übergang zur konvexen Konjugierten, liefert thermodynamische Potentiale aus freien Energien und erzeugt unter Regularitätsannahmen das Hamiltonians aus dem Lagrangean.
Umkehrung
Umkehrung
Die inverse Legendre‑Transformation rekonstruiert die ursprüngliche Funktion, wenn f proper, konvex und unterhalb halbstetig ist; bei nichtkonvexen f kann die inverse Transformation die konvexe Hülle statt der ursprünglichen Funktion liefern.
Abgrenzung
Abgrenzung
Die Standardlegendre‑Transformation verlangt Konvexität und geeignete Wachstumsbedingungen (Properness, lsc) für Involutivität; an nondifferenzierbaren Stellen ersetzt man den Gradienten durch den Subgradienten und in nichtkonvexen Situationen ist eine Generalisierung durch Konvexifizierung nötig.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Wird mit Fourier‑ oder Laplace‑Transformationen verwechselt; die Legendre‑Transformation ist eine konvexe Dualität mittels Supremum linearer Funktionale, keine Integraltransformation — sie tauscht geometrische Steigungsinformation gegen Koordinaten, nicht Frequenzinhalte.
Synthese
Synthese
Die Legendre‑Transformation ordnet einer Funktion ihr konvexes Konjugiertes zu, indem sie p·x−f(x) supremiert und so eine Koordinaten‑zu‑Steigungs‑Dualität bewirkt, die duale Optimierung, thermodynamische Potentiale und den Übergang vom Lagrange‑ zum Hamilton‑Formalismus begründet.